Leezen – älter als 800 Jahre

Um 1150 war das Umland ein riesiges Wald- und Sumpfgebiet, ein Grenzraum zum slawisch besiedelten Bereich (Limes Saxoniae). Leezen muss demnach im Zuge der Waldrodungen entstanden sein.

 

Kirche in Leezen

In der Urkunde des Papstes Innozenz III. vom 10. Oktober 1199 wurde die Kirche in Leezen mit „Ecclesia in Latzinghe“ erwähnt. Als selbständiges Kirchspiel (Pfarrbezirk) war Latzinghe abgabenpflichtig gegenüber dem Segeberger Kloster. Die Kirche soll bereits 1160 das Taufrecht erhalten haben. In einem Privileg (Vorrecht) von Kaiser Heinrich VI. aus dem Jahre 1192 soll Latzinghe ebenfalls erwähnt worden sein. In den Jahren 1198 und 1216 wird das Pastorat durch den Bischof Berthold von Lübeck bestätigt.

1307 kauft der Pastor von Leezen (plebanus) Nikolaus zur Pfarre 2 Hufen. Bisher hatte Leezen nur eine Pfarrhufe als Mindestausstattung für Einkünfte der Pfarre bei deren Gründung (karolingische Gesetze). Eine Hufe hatte zwischen 12 bis 15 ha (regional verschieden).

Auf dem von Heiko Stolten kolorierten Bild ist die alte Feldstein-Kirche vor 1870 dargestellt. Das Kirchenschiff wurde wegen Baufälligkeit abgerissen. Unter Einbeziehung des alten Kirchturmes entstand in der Zeit von 1870 bis 1907 der Neubau – so, wie er heute noch zu sehen ist.

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Kirche in Leezen erbaut um 1160

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Kirche in Leezen heute

 

Leezen nach dem 30jährigen Krieg

In den Wirren des 30jährigen Krieges 1618-1648 wurden beim Einfall der Schweden in das dänische Holstein Leezen und Heiderfeld „ganß abgebrannt“. Die Heiderfelder gingen nach Neversdorf, um zu essen, was vom Tisch übrig blieb. Es verblieben wüste Höfe, die wie sauer Bier angeboten wurden. Diese Höfe wurden dann aufgeteilt und das Dorf wieder aufgebaut.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Ortsname von Latzinghe – Lescinghe – Lezing, um 1840 Leetzen, später Leezen verändert.

Vogelschießen ca. 1900
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Vogelschießen ca. 1900